Metallsägen - Arbeitsweise, Arten und Kaufberatung

Kreissäge

Sie fragen sich was es für Metallsägen gibt? Dann sind sie hier genau richtig! In diesem Artikel geht es um die Arten, Anwendungsbereiche und um den Kauf.

Metallsägen sind Varianten der klassischen Holzsägen. Sie dienen zum groben Ablängen von Blöcken, Profilen oder Platten. Auch zum Herausschneiden einer groben Kontur oder zum Abschneiden von nicht benötigtem Material werden Sägen verwendet. Sofern an das Endprodukt keine großen Anforderungen an die Präzision gestellt werden, kann eine Säge für die Formgebung ausreichen. Meistens dienen diese Werkzeuge jedoch nur für die Vorbereitung von Halbzeugen zur weiteren Bearbeitung.

Arbeitsweise einer Säge

Sägen sind trennenden Werkzeuge. Sie arbeiten mit einem Sägeblatt oder Sägedraht, der mit hohem Druck über ein Werkstück bewegt wird. Dabei reißen die Sägemittel Material heraus und führen den Schnitt durch. Sägen arbeiten damit grundsätzlich in unterschiedlicher Weise zu Scheren. Bei diesen findet kein Materialverlust statt. Sägen erzeugen am Schnitt beidseitig sägeraue Kanten. Im Gegensatz zu Scheren oder Stanzen biegt die Säge die Kante nicht auf. Dafür geht aber immer Material in Breite des Sägemittels verloren.

Arten von Metallsägen

Metallsägen lassen sich zunächst grob in manuelle und maschinelle Sägen unterteilen. Manuelle Metallsägen sind einfache Bügelsägen oder Fuchsschwänze mit geeignetem Metall-Sägeblatt. Das manuelle Sägen von Metall ist jedoch sehr mühsam. In der Industrie spielt es praktisch keine Rolle. Arbeiten, die mit einer manuellen Metallsäge durchgeführt werden, lassen sich wesentlich komfortabler mit einem Winkelschleifer und passendem Schneidblatt bewältigen.

Maschinelle Sägen sind vorwiegend als stationäre Maschinen ausgeführt. Als Handgeräte gibt es lediglich umgebaute Holzverarbeitungsmaschinen wie Stichsägen oder Handkreissägen, die mit einem passenden Sägeblatt ausgestattet werden. Stationäre Sägen gibt es in der Metallverarbeitung in folgender Auswahl:

  • Bügelsägen
  • Bandsägen
  • Kreissägen.

Die maschinelle Bügelsäge ist eine Besonderheit. Es gibt sie nur in der Metallverarbeitung. Dabei wird eine normale Bügelsäge über eine angetriebene Wippmechanik in eine lineare Vor-Zurück-Bewegung versetzt und kontinuierlich abgesenkt. Dabei taucht das Sägeblatt immer tiefer in das zu trennende Material ein, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Bügelsägen arbeiten sehr präzise und erzeugen einen sauberen, geraden Schnitt.

Bandsägen arbeiten mit einem umlaufenden Sägeband. Sie sind zur Bearbeitung von besonders breiten Platten, Blöcken oder Profilen mit großem Durchmesser gut geeignet. Bandsägen lassen sich in einer praktisch beliebigen Arbeitsbreite herstellen. Damit steht für jedes Vormaterial die passende Bandsäge bereit. Die Schnittbreite entspricht der Stärke des Sägebandes. Es ist damit bei diesem Sägetyp besonders schmal. Der Verlust von Material ist entsprechend gering. Neben den einfachen Vertikal-Bandsägen gibt es auch für den Metallbereich Spezialmaschinen. Dazu zählen beispielsweise die Gehrungssägen. Diese sind für den Zuschnitt von Metallprofilen sehr praktisch. Das Konfektionieren von Metallrohren für das spätere Verschweißen gelingt auf einer Gehrungssäge besonders komfortabel, sicher und präzise.

Kreissägen haben eine begrenzte Schneidtiefe. Sie beträgt weniger als die Hälfte vom Kreisdurchmesser. Dafür ist dieser Sägetyp sehr kompakt und hat eine schnelle Arbeitsweise. Nachteilig von Kreissägen ist ihre extreme Lautstärke. Beim Arbeiten mit Kreissägen ist deshalb unbedingt ein Gehörschutz erforderlich. Wegen ihrer Lärmemission sind Metallkreissägen auch als eingehauste Maschinen verfügbar. Diese haben außerdem den Vorteil, dass sie ihre Umgebung nicht verschmutzen.

Für das maschinelle, stationäre Sägen ist bei Band- und Bügelsägen eine zuverlässige Einspannvorrichtung erforderlich. Die beim Metallsägen auftretenden Kräfte sind wesentlich höher, als dass sie ein Mensch festhalten könnte. Das mindeste Ergebnis bei einem Versuch der rein manuellen Betätigung einer stationären Metallsäge ist ein schlechtes Sägeergebnis. In der Regel gehen diese Versuche aber mit schweren Verletzungen aus. Handgeführtes Sägen von Metall ist nur mit Bandsägen wirklich empfehlenswert. Diese Maschinen haben eine recht langsame Arbeitsweise, was die manuelle Bedienung einfach und sicher macht.

Vorteile und Nachteile von Sägen gegenüber anderen Metall-Trennverfahren

Die Alternativen zum Trennen von Metallblöcken, -profilen oder -patten sind Folgende:

  • Schneiden
  • Brennen
  • Fräsen

Für das Schneiden von Metallen stehen die Schlag- und Metallscheren und die Koordinaten-Trennverfahren zur Auswahl. Schlagscheren können nur eine begrenzte Stärke von Metallblechen durchtrennen. Außerdem neigen Sie zum Umbiegen der Schnittkanten. Sägen können praktisch beliebig breite Metallprodukte durchtrennen.

Koordinaten-Schneidmaschinen sind aufwendig und teuer. Brennschneidetische, Wasserstrahl- und Laserschneidmaschinen bieten einen hohen Bearbeitungskomfort, sind aber ebenso anspruchsvoll in der Bedienung und Instandhaltung. Solange es um das einfache Ablängen von Vorprodukten geht, sind Metallsägen die preiswertere und zuverlässigere Wahl.

Der Einsatz von Schneidbrennern ist ein äußerst grobes Verfahren. Es führt zwar immer zum Ziel, macht aber bis dahin viele Probleme. Das Aufschmelzen von Metallplatten durch eine heiße Flamme ist zudem gefährlich und darf nur mit entsprechender Schutzausrüstung durchgeführt werden. Schneidbrenner erzeugen einen sehr großen Materialverlust. Neben dem breiten Schnitt sind die Schneidkanten der getrennten Produkte für die direkte Weiterverarbeitung ungeeignet. Der Einfluss der Wärme lässt die Kanten zur sogenannten "Wärmeeinflusszone" aufhärten. Diese muss vor der weiteren Verarbeitung abgefräst werden.

Plasmaschneider arbeiten etwas feiner, kommen aber ebenfalls nicht ohne Nachbearbeitung der Schnittkante aus. Bei einer Säge sind in der Regel nur leichtes Entgraten und Fasen der Schnittkante erforderlich.

Fräsen können schließlich ebenfalls zum Ablängen von Metallprofilen verwendet werden. Diese Anlagen sind aber sehr teuer und für die einfachen Sägeaufgaben deshalb meistens überdimensioniert.

Arbeiten mit einer Metallsäge

Metallsägen arbeiten nur so gut, wie ihr Sägemittel scharf ist. Gleichgültig, ob Sägeblatt oder Sägeband, nur ein scharfes Sägemittel gewährleistet das gewünschte Ergebnis. Stumpfe Sägemittel haben hingegen schädliche bis gefährliche Folgen:

  • Riss
  • Aufwärmung des Sägematerials
  • Präzisionsverluste
  • unschönes Sägeergebnis

Ein Riss des Sägemittels kann bei einer Bandsäge sehr gefährliche Folgen haben. Das Band schlägt herum und kann den Bediener verletzen. Arbeitet dieser manuell, also ohne die Hilfe eines Vorschubs, ist ein Riss des Sägebandes umso gefährlicher. Der Bediener schiebt noch mit Kraft in Richtung des Bandes und kann so schlagartig bis zum Schnittbereich rutschen.

Stumpfe Sägemittel trennen das Material nicht mehr sauber heraus, sondern arbeiten zunehmend auf reißende Weise. Dabei entsteht viel Reibung, die eine hohe Wärmestrahlung erzeugt. Kunststoffe können dabei schmelzen und Holz beginnt zu verkohlen. Metallen sieht man eine Aufwärmung aber nicht sofort an. Jedoch dehnen sie sich aus und können das Sägemittel einklemmen. Das geschieht bei Kreissägen besonders schnell. Bandsägen sind von diesem Problem weniger stark betroffen. Sie kühlen durch ihre Arbeitsweise stets stark ab. Stumpfe Sägebänder führen aber ebenfalls zu unschönen Ergebnissen und machen die Arbeit unsicher.

Die reißende Trennung durch stumpfe Sägemittel verschlechtert auch die Präzision. Zwar ist das Arbeiten mit Metallsägen ohnehin nicht für die Herstellung enger Toleranzen geeignet. Dennoch können mehrere Millimeter Abweichung einen großen Unterschied zur Brauchbarkeit eines hergestellten Vorprodukts machen.

Die Schnittkanten werden beim Arbeiten mit stumpfem Sägemittel wellig und rau. Das kann bei der weiteren Bearbeitung zu Problemen führen, beispielsweise beim Einspannen in einem Schraubstock für eine Fräsmaschine.

Frische Sägeblätter oder Sägebänder gehören zum Arbeiten mit Metallsägen deshalb dazu. Kreissägenblätter lassen sich im begrenzten Umfang nachschärfen. Dazu sind spezielle Vorrichtungen erforderlich. In der Regel ist es günstiger, verbrauchte Sägeblätter von einem Dienstleister wieder schärfen zu lassen. Sägebänder für Bandsägen lassen sich ebenfalls wieder aufarbeiten. Die dünnen Sägemittel müssen nicht nur geschärft, sondern auch geschränkt werden. Auch hierzu gibt es viele Dienstleister, welche diese Aufgabe preisgünstig übernehmen können. Jedoch ist die Schärfbarkeit von Sägebändern noch begrenzter als die von Kreissägenblättern. Durch ihre Arbeitsweise unterliegen sie einer ständigen Dehnung. Diese kann zu Rissen führen, welche das Band schlagartig versagen lassen, mit benannten Folgen.

Mit etwas Erfahrung merkt ein Bediener sehr schnell, wenn ein Sägemittel an seiner Verschleißgrenze angekommen ist. Der Betrieb der Metallsäge wird dann laut und erzeugt unangenehme Geräusche. Der Vorschub wird ruckartiger und das Sägebild verschlechtert sich. In diesem Fall sollte man den Sägevorgang unterbrechen und das Sägemittel austauschen.

Neben dem stets scharfen Sägeblatt sind beim Arbeiten mit maschinellen Metallsägen noch folgende Umstände zu beachten:

  • Einspannvorrichtungen
  • Schutzeinrichtungen
  • Elektronik und ggf. Hydraulik
  • Kühlschmierstoff
  • Arbeitsschutz

Die Einspannvorrichtungen müssen intakt sein. Der manuelle Betrieb einer Kreissäge ist im Metallbereich äußerst gefährlich und sollte unterlassen werden. Die Schutzeinrichtungen sollte man vor der Inbetriebnahme prüfen. Die Elektronik und die Hydraulik muss intakt sein und keine Kabelschäden oder Leckagen aufweisen. Der Kreislauf des Kühlschmierstoffs muss funktionieren, sonst drohen schlechte Sägeergebnisse und ein hoher Verschleiß an Sägemitteln. Falls die Metallsäge nicht eingehaust ist, wird für das Arbeiten an der Maschine ein Augen- und Gehörschutz benötigt.

Metallsägen gebraucht kaufen

Stationäre Metallsägen sind klassische Industriemaschinen. Sie sind weit verbreitet. Gebrauchte Metallsägen sind deshalb in großer Zahl verfügbar. Technisch gesehen sind diese Maschinen recht einfach. Das macht ihren Verschleiß gering und den Wartungsaufwand überschaubar. Wie bei allen spanabhebenden Maschinen ist die Sauberkeit ein entscheidender Faktor für die Lebensdauer einer Metallsäge. Maschinen von bekannten Herstellern sind auf eine einfache, tägliche Reinigung ausgerichtet. Ebenso ist der Wechsel des Sägemittels meistens mit wenigen Handgriffen erledigt. Technisch aufwendig sind lediglich die maschinell betriebenen Bügelsägen. Die Wippmechanik für das Sägeblatt kann ausgeschlagen sein. Die entsprechenden Führungsbuchsen zählen aber als Verschleißteil und lassen sich leicht ersetzen.

Bekannte Unternehmen für Metallsägen sind folgende:

  • Thomas
  • Lissmac
  • Kölle
  • Kasto
  • Kaltenbach
  • MEP Shark
  • Weidmann
  • Fendo
  • Behringer
  • Berg und Schmid
  • Zimmer

Im industriellen Bereich sind No-Name-Maschinen aus unbekannter Quelle noch nicht sehr verbreitet. Wir empfehlen deshalb, stets auf bekannte Marken zu setzen. Diese Maschinen sind einfach in der Wartung und Instandhaltung. Sensible Punkte wie Werkstückführung, Einspannen und Blattwechsel sind bei den etablierten Marken ausgereift und störungsfrei. Außerdem ist mit der Wahl auf eine Sägemaschine von einer bekannten Marke die Versorgung mit Ersatzteilen gewährleistet. Das macht den Gebrauchtkauf von Metallsägen deutlich komfortabler. 


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