Die Schleifmaschine - Funktion, Typen und Anwendung

Schleifmaschine

Sie fragen sich welche Schleifmaschine für Sie am besten ist? Die Unterschiede, Anwendungsfälle und Tipps zum Kauf finden Sie hier.

Schleifmaschinen sind abtragende Geräte. Sie dienen zum kontrollierten Reduzieren von Volumen an einem Festkörper. Praktisch jeder Gegenstand mit einer soliden Struktur lässt sich schleifen. Mit diesem Bearbeitungsverfahren können unterschiedliche Ziele erreicht werden. Dazu steht eine große Auswahl an passenden Maschinen bereit.

Funktion einer Schleifmaschine

Eine Schleifmaschine kann für folgende Anwendungen eingesetzt werden:

  • Bearbeiten einer Oberfläche
  • Herstellung eines definierten Maßes
  • Entfernen einer Beschichtung

Das Bearbeiten einer Oberfläche ist eine der Hauptaufgaben von Schleifmaschinen. Mit den passenden Geräten lassen sich praktisch jede gewünschte Oberflächenstruktur herstellen. Die Bandbreite reicht von einer grob begradigten Oberfläche über die Herstellung einer definierten Rauheit bis zu einer Ultra-glatten Spiegelstruktur. Je glatter die Oberfläche werden soll, desto aufwendiger ist das erforderliche Schleifverfahren. Die einfachsten Schleifmaschinen sind Schleifböcke für die Werkbank. Die teuersten und anspruchsvollsten Schleifmaschinen werden in der optischen Industrie, insbesondere zur Herstellung von Spiegelteleskopen eingesetzt.

Nach dem Bearbeiten einer Oberfläche ist das Erreichen einer definierten Maß-, Form- oder Lagetoleranz eine wichtige Aufgabe von Schleifmaschinen. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die vorherigen Bearbeitungsmaschinen unpräzise gearbeitet haben. Mithilfe der Nacharbeit über eine Schleifmaschine, ggf. in Kombination mit einer vorausgehenden Aufschweißung von Material, lässt sich das gewünschte Maß häufig doch noch erreichen. Damit wird Ausschuss vermieden und die Produktivität erhöht.

Die Entfernung einer Beschichtung wird häufig bei Reparatur- und Restaurationsarbeiten erforderlich. Verzinkte Bleche müssen beispielsweise bis auf das Grundmaterial abgeschliffen werden, bevor sie schweißbar sind. Neben den Schleifen stehen für diesen Zweck auch andere Verfahren wie das Beizen, Lasern oder Strahlen zur Verfügung.

Aufbau von Schleifmaschinen

Man kann Schleifmaschinen grob in zwei Kategorien unterteilen:

    1. stationäre Schleifmaschinen
    2. mobile Handgeräte

Des Weiteren lassen sich Schleifmaschinen in werkzeuglose und Schleifmaschinen mit Werkzeug unterscheiden. Aber Achtung: Eine "Schleifmaschine mit Werkzeug" ist nicht zwingend eine "Werkzeug-Schleifmaschine". Bei diesem Gerät handelt es sich um eine hochpräzise, stationäre Anlage zur Bearbeitung von Produktionswerkzeugen! Allen Schleifmaschinen gemeinsam ist ihr grundsätzlicher Aufbau. Sie bestehen aus Antrieb, Gehäuse, ggf. Getriebe und Schleifkopf. Technisch bestehen zwischen den einzelnen Schleifverfahren aber erhebliche Unterschiede.

Typen von Schleifmaschinen

Schleifmaschinen stehen in folgender Typenauswahl bereit:

  • Bandschleifmaschinen
  • Schleifböcke
  • Tellerschleifmaschinen
  • Exzenterschleifmaschinen
  • Winkelschleifmaschinen
  • Schwingschleifer
  • Delta-Schleifer
  • Poliermaschinen
  • Läppmaschinen
  • Spezial-Schleifmaschinen

Darüber hinaus lassen sich viele andere Maschinen, beispielsweise Bohrmaschinen oder Akkuschrauber, durch passende Aufsätze zu einer Schleifmaschine umbauen.

Außer den Polier- und Läppmaschinen handelt es sich bei allen Typen um Bearbeitungsmaschinen mit Anbauwerkzeug. Die Polier- und Läppmaschinen sind werkzeuglose Schleifmaschinen. Außerdem arbeiten sie grundsätzlich nass.

Bandschleifmaschinen arbeiten mit einem umlaufenden Schleifband. Sie eignen sich besonders gut für den Flächenschliff. Das Band erzeugt eine geradlinige Schleifstruktur. Bandschleifmaschinen sind als Handgerät und als stationäre Maschine.

Schleifböcke sind stationäre Maschinen. Sie bestehen aus einem zentral angeordneten Motor mit durchgehender Welle und beidseitig angeordneten Schleifsteinen. Schleifböcke dienen zum Schärfen von Bohrern und anderen punktuellen Schleifarbeiten.

Tellerschleifmaschinen sind stationäre Maschinen. Sie arbeiten mit einem rotierenden Schleifteller. Diese Maschinen eignen sich besonders zum Abschleifen von Plattenkanten.

Exzenterschleifmaschinen sind Handgeräte. Sie haben wie die Tellerschleifmaschinen ein rundes Schleifwerkzeug. Die Schleifscheiben werden mit einem Klettverschluss montiert. Die Bewegung des Schleifkopfes ist jedoch nicht radial, sondern exzentrisch. Damit wird das Einschleifen von Kreismustern effektiv verhindert. Exzenterschleifmaschinen sind vor allem im Holzhandwerk sehr beliebt.

Winkelschleifmaschinen sind Handgeräte mit einer großen Bearbeitungsvielfalt. Sie lassen sich zum Abschleifen grober Unreinheiten und zum Trennen massiver Metalle verwenden. Winkelschleifmaschinen sind sehr kräftig und bedürfen starker Hände.

Schwingschleifer sind Handgeräte mit rechteckigem Schleifkopf. Sie führen vibrierende Bewegungen aus. Diese Geräte eignen sich für einen vorsichtigen Flächenschliff.

Delta-Schleifer sind Varianten der Schwingschleifer. Ihr Schleifkopf ist nicht rechteckig, sondern dreieckig. Damit kann man gut in schlecht zugängliche Ecken hinein schleifen. Der besondere Vorteil dieses Werkzeugs ist, dass es sich durch den Umbau des Kopfes für andere Zwecke einsetzen lässt, beispielsweise als hochpräzise Säge.

Nicht mit Schleifmaschinen Politurarbeiten ausführen!

Beim Aufbereiten von Autos begehen Laien häufig den Fehler, dass sie eine Winkelschleifmaschine mit einer Politurscheibe ausstatten. Das kann schnell fatale Folgen für das Auto haben. Auch wenn Politurmaschinen so ähnlich aussehen wie Winkelschleifer, sind es dennoch vollkommen andere Geräte. Sie haben ein wesentlich geringeres Drehmoment und arbeiten mit einer niedrigeren Drehzahl als Winkelschleifer.

Baut man Letztere zu Poliergeräten um, kann es an Ecken und Kanten schnell zu einem Abtrag bis zur Grundierung oder bis zum Blech führen. Dann hat man statt eines aufbereiteten Autos schnell einen Fall für den Lackierer - und das ist grundsätzlich sehr teuer.

Autos sollten daher entweder nur von Hand oder mit dafür vorgesehenen Poliermaschinen bearbeitet werden. Das Polieren ist eine hohe Kunst, die in mehreren Schritten vollzogen wird. Sofern die Kenntnisse nicht vorhanden sind, sollte man sich nicht an diese Arbeit herantrauen. Das Internet ist aber heute eine reiche Quelle für das notwendige Wissen für beste Ergebnisse.

Gebrauchtkauf von Schleifmaschinen

Schleifmaschinen sind in den meisten Fällen sehr einfache Geräte. In Industriequalität gefertigt und ordentlich gepflegt, haben sie eine lange Lebensdauer.

Schäden sind am Gehäuse, den Lagern und dem Motor zu erwarten. Ein unruhiger Lauf mit hörbaren Schlägen weist auf defekte Lager hin. Diese lassen sich einfach und günstig erneuern. Ein stumpfer oder fehlender Lack ist eher ein Qualitätsmerkmal. Diese Maschinen haben lange gut funktioniert. Mit ein wenig Wartung und Instandsetzung werden sie wieder treue Dienste leisten können.

Vor allem Handgeräte werden häufig von unbekannten Herstellern angeboten. Falls dringend eine Schleifmaschine gebraucht wird, kann dies eine äußerst preiswerte Methode zur Überbrückung bis zu einem Markengerät sein. Sehr viel kann man aber von Schleifmaschinen aus dem Supermarkt nicht erwarten. Diese Maschinen sind üblicherweise nicht darauf ausgelegt, wieder instandgesetzt zu werden. Der Wechsel von Schleifkohlen, Lagern oder Spulen kann bei diesen Maschinen zu einer Herausforderung werden.


Für Handgeräte gibt es eine Reihe von Markenherstellern, die bedenkenlos gekauft werden können. Ein Probelauf gehört natürlich immer dazu. Wir empfehlen für den manuellen Gebrauch folgende Werkzeugfirmen:

  • Metabo
  • Bosch (blaue Serie)
  • Kress (graue Serie)
  • Fein
  • Hilti
  • Ryobi
  • Milwaukee

Scheppach, Einhell und Parkside sind typische Budget-Marken. Sie haben in den letzten Jahren deutlich an Qualität gewonnen. Dennoch sind sie in Haltbarkeit und Zuverlässigkeit vor allem im gewerblichen Gebrauch nicht mit den genannten Marken vergleichbar. Dafür gibt es die gebrauchten Schleifmaschinen von diesen Herstellern meistens besonders günstig zu kaufen.

Für stationäre Schleifmaschinen und Schleifanlagen haben sich folgende Hersteller etabliert:

  • Lissmac
  • Hess
  • Reishauer
  • Vollmer
  • Höfer

Leistungsstarke Schleifanlagen für Serienteile liefern folgende Unternehmen:

  • Naxos
  • Welter
  • Carstens
  • Büftering

Hochpräzise Werkzeug-Schleifmaschinen sind von diesen Herstellern empfehlenswert:

  • Vollmer
  • Walter
  • Schreyer
  • Saake
  • Haas

Eine gute Auswahl an Schleifmaschinen gehört praktisch in jeden verarbeitenden Betrieb. Der Gebrauchtmarkt bietet dazu eine große Auswahl preiswerter, aber robuster und zuverlässiger Geräte.

Newsletter abonnieren

Jetzt zum gebrauchtmaschinen.de Newsletter anmelden und kein Maschineninserat und keinen Auktionstermin mehr verpassen!

Der Newsletter erscheint zweimal wöchentlich und kann jederzeit über den Abmeldelink im Newsletter abbestellt werden.