Die Poliermaschine - Unterschiede, Anwendungsfälle und Kaufberatung

Schmuckpoliermaschine

Sind Sie auf der Suche nach einer Poliermaschine? Hier erfahren Sie alles über die Unterscheide, Verwendung und zum Kauf.

Poliermaschinen gehören zur Familie der Schleifgeräte. Sie dienen zur Behandlung von Oberflächen. Poliermaschinen sind einfach in der Handhabung und erzeugen sehr schöne Ergebnisse.

Nach dem Schleifen kommt Polieren

Das Polieren ist der letzte Schritt in der Oberflächenbehandlung direkt am Werkstück. Es ist die zweitfeinste Form des Schleifens und wird nur noch vom Läppen übertroffen. Letzteres wird für das Erreichen engster Toleranzen eingesetzt. Im Gegensatz zum punktförmig wirksamen Läppen wird das Werkstück beim Polieren in seiner Gänze oder zumindest zum größten Teil behandelt. Dabei wird die Oberfläche so lange geschliffen, bis ein Spiegelglanz entsteht. Dazu stehen unterschiedliche Maschinen zur Auswahl.

Poliermaschinen für die Oberflächenbehandlung

Für das Polieren von Oberflächen und Werkstücken stehen drei Maschinentypen zur Auswahl:

  • Tragbare Polieraschinen
  • Stationäre Tisch-Poliermaschinen
  • stationäre Trommel-Poliermaschinen
  • Boden-Poliermaschinen
  • Stein-Poliermaschinen

Die Maschinen unterscheiden sich stark im Aufbau und in der Funktionsweise. Ihr Ergebnis ist jedoch immer das Gleiche: die spiegelglatte Oberfläche.

Tragbare und stationäre Poliermaschinen bestehen aus einem starken Antrieb mit angeschlossener Polierscheibe. Zusätzlich zur Scheibe wird auf der Oberfläche des zu polierenden Werkstücks ein Poliermittel aufgetragen. Dieses besteht aus einer Emulsion und einem sehr feinen abrasiven Mittel, der sogenannten "Politur". Durch den Einsatz unterschiedlicher Polituren lassen sich entsprechend verschiedene Ergebnisse erzielen.

Für Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten: Die tragbaren Poliermaschinen

Tragbare Poliermaschinen sind kabelbetriebene Handgeräte. Sie sind wahlweise als Einhand- oder Zweihandgeräte ausgeführt. Moderne Maschinen haben statt des Stromkabels leistungsstarke Lithium-Ionen-Akkus. Damit geht die Polierarbeit besonders komfortabel von der Hand. Tragbare Einhand-Poliermaschinen sehen zwar Winkelschleifern sehr ähnlich. Es ist jedoch ein fataler Fehler, einen Winkelschleifer durch Einbau eines Polieraufsatzes zu einer Poliermaschine umbauen zu wollen. Die Drehzahlen und das Drehmoment von Winkelschleifern sind für die sensiblen Oberflächenbehandlungen viel zu hoch. Will man so beispielsweise ein Auto polieren, entstehen zwangsläufig folgende Schäden:

  • Abtrag von Lack bis zur Grundierung
  • thermische Schäden ("Regenbögen")

Thermische Schäden auf der Fläche machen sich durch sogenannte "Regenbögen" bemerkbar. Dabei wird der Lack so umgewandelt, dass er in Spektralfarben reflektiert. Diesen Fehler zu beheben ist sehr aufwendig und gelingt nur mit mühevoller Polierarbeit per Hand.

Handbetriebene Poliermaschinen sind deshalb spezielle Geräte, die in Drehzahl und Drehmoment auf diese sensible Arbeit abgestimmt sind. Nur mit diesen Geräten ist ein maschinelles Polieren von Karosserien zulässig und erfolgversprechend!

Da diese Geräte eine deutlich niedrigere Drehzahl und ein geringeres Drehmoment als gleich große Winkelschleifer haben, kommen sie mit einem schwächeren Motor aus. Das macht Handpoliermaschinen wesentlich preiswerter als die leistungsstarken Trennjäger.

Stationäre Tischgeräte für Schnellpolituren

Die stationären Tischgeräte dienen zum schnellen Behandeln der Oberflächen von handlichen Zwischen- und Endprodukten. Sie sehen den Schleif- bzw. Doppelschleifböcken sehr ähnlich. Wie bei den Handgeräten gilt auch hier: Der Umbau eines Schleif- oder Doppelschleifbocks durch den Einbau einer Polierscheibe bringt mehr Schaden als Nutzen. Auch hier sind Drehzahl und Drehmoment für einfache Polierarbeiten zu hoch. Das gilt besonders bei beschichteten Oberflächen. Bei nicht beschichteten Werkstücken führt der Einbau einer Polierscheibe auf einen Doppelschleifbock zu einem vorschnellen Verschleiß der Scheibe. Es ist daher auch in diesem Fall empfohlen, ausschließlich dezidiert ausgewiesene Poliergeräte zu verwenden.

Effiziente Vollpolierung von Kleinteilen in Trommel-Poliermaschinen

Trommel-Poliermaschinen haben eine gänzlich andere Arbeitsweise als die Hand- oder Tischpoliermaschinen. Sie bestehen aus einer Trommel, die mit Poliersteinen gefüllt ist. Die Trommel wird rotiert, wodurch die Poliersteine ständig umgeschichtet werden. Eingelegte Polierstücke werden so umseitig und vollflächig behandelt. Die Qualität des Ergebnisses der Politur ist nur von der Dauer des Politurvorganges abhängig. Trommel-Poliermaschinen sind damit ideal für die effiziente Bearbeitung von kleinen Serienteilen. Im Gegensatz zu den Tisch-Poliermaschinen oder Hand-Poliermaschinen sind bei Trommel-Poliermaschinen durchaus umgebaute Geräte wie beispielsweise Betonmischer oder Waschmaschinen zulässig. Hochwertige Trommel-Poliermaschinen verfügen jedoch über eine Vielzahl spezieller Funktionen, die das Behandeln von Kleinteilen besonders effizient machen.

Parkett aufbereiten mit Boden-Poliermaschinen

Boden-Poliermaschinen bestehen aus einem großen Schleifkopf, bestehend aus einem oder mehreren Schleiftellern, der mit einem Griff über den Boden geschoben wird. Eine integrierte Absaugung entfernt während des Poliervorgangs den anfallenden Staub. Boden-Poliermaschinen sind identisch mit Parkett-Schleifmaschinen. Sie werden für den jeweiligen Zweck durch den Austausch des Schleifkopfes umgebaut. Boden-Poliermaschinen dienen einzig dazu, Parkett-Fußböden wieder aufzubereiten.

Für Marmor und Grabstein: Stein-Poliermaschinen

Stein-Poliermaschinen sind effizienten Geräte zur seriellen Bearbeitung von polierten Ziersteinen. Sie werden für die Herstellung von Grabsteinen oder Marmorplatten eingesetzt. Stein-Poliermaschinen arbeiten mit einem Förderband und einem mehrstufigen Nasschleif-Poliersystem. Dazu kommen in Reihe geschaltete Band- oder Tellerschleifer zum Einsatz. Die so seriell herstellbaren Ziersteine sind durch die Verwedung der Stein-Poliermaschinen besonders preiswert.

Grenzen von Poliermaschinen

Poliermaschinen dienen ausschließlich zum Herstellen einer spiegelglatten Oberfläche. Für das Abtragen größerer Flächen zum Ausgleich tiefer Kratzer, Schleifnähte, Beulen oder Risse ist das Polierverfahren nicht geeignet. Dies muss im Vorfeld durch geeignete Schleif- und Strahlverfahren geschehen. Übliche Maschinen zur Vorbereitung einer Politur sind entsprechend die Folgenden:

  • Bandschleifer
  • Tellerschleifer
  • Exzenterschleifer
  • Sandstrahler
  • Trockeneis-Strahler
  • Nassschleif-Maschinen
  • Laserabtragsmaschinen

Mit diesen Maschinen lässt sich eine Oberfläche so vorbereiten, dass sie im Nachgang poliert werden kann.

Einsatz von Poliermaschinen

Poliermaschinen finden in Handwerk und Industrie einen großen Einsatz. Sie werden für folgende Einsatzzwecke verwendet:

  • Nachbehandeln und Aufbereiten von lackierten Oberflächen
  • Vorbereiten und Aufbereiten von nicht lackieren Oberflächen
  • Vorbereiten für galvanische Beschichtungsverfahren.

Die am weitesten verbreiteten Poliermaschinen sind die Handgeräte für den Einsatz an Autokarosserien. Sie werden hauptsächlich zum Aufbereiten von stumpf gewordenen Lacken eingesetzt. Das Polieren und Aufbereiten von Fahrzeugen ist eine hohe Kunst, die in mehreren Schritten durchgeführt wird. Das Polieren selbst wird durch Säubern, Vorschleifen, ggf. Ausbeulen und eine intensive Lackreinigung vorbereitet. Nach der Politur ist es sehr wichtig, den Lack zu versiegeln. Dazu wurde in der Vergangenheit hauptsächlich Wachs verwendet. Heute gibt es Nano-Keramik-Beschichtungen, welche deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Neben dem Polieren von lackierten Blech- und Kunststoffteilen hat die Aufbereitung von Scheinwerfern stark an Bedeutung gewonnen. Seit ca. 20 Jahren werden Autoscheinwerfer nicht mehr aus Glas, sondern aus transparentem Kunststoff gefertigt. Dieser verkratzt mit der Zeit und wird bleich. So blind gewordene Scheinwerfer sind für den Straßenverkehr nicht mehr zulässig. Hier helfen sich viele Autobesitzer durch das Aufpolieren der Scheinwerfer. Die Zulässigkeit dieses Verfahrens ist hoch umstritten.

Eine offizielle behördliche Genehmigung liegt nicht vor, weswegen viele Werkstätten und KFZ-Aufbereiter die Politur von Scheinwerfern verweigern. Dennoch ist es durchaus möglich, stumpf gewordenes Plexiglas durch eine Politur wieder transparent und glasklar zu machen.

In Handwerk und Industrie gibt es zahlreiche Anwendungen für stationäre Tischpoliturmaschinen. Diese Geräte sind bei Schustern und Tischlern regelmäßig im Einsatz. Sie eignen sich für das schnelle und effiziente Reinigen von Werkstücken aller Art.

Trommel-Poliermaschinen haben in der galvanischen Industrie eine besonders hohe Bedeutung. Für das Herstellen verchromter Oberflächen ist eine spiegelglatte Politur erforderlich. Da die Verchromung nur wenige Mikrometer dick ist, muss das Produkt vorher durch Schleifen und Entgraten hinreichend von sichtbaren Kratzern, Beulen, Löchern und Rissen befreit sein. Das Polieren kann diese groben Störungen nicht ausgleichen.

Typische Industrien, die Trommel-Poliermaschinen verwenden sind Folgende:

  • Sanitärprodukte
  • Zierleisten
  • Motorradteile
  • Beschläge und Armaturen

Verchromte Produkte sind nicht nur besonders ästhetisch, sie sind auch einfach zu reinigen. Neben spiegelglatten verchromten Produkten lässt sich mit Polier- und Trommelpoliermaschinen auch auf anderen, unbeschichteten Produkten ein Spiegelglanz herstellen. Typische Werkstoffe dazu sind Messing, Aluminium oder Edelstahl.

Arbeiten mit Poliermaschinen

Die Handhabung von Poliermaschinen ist recht einfach. Von diesen Geräten geht auch keine besondere Verletzungsgefahr aus. Selbst eine in voller Geschwindigkeit rotierende Polierscheibe ist zu weich und zu schwach um eine ernsthafte Verletzung zu verursachen.

Wie bei allen abtragend wirkenden Maschinen sollte man jedoch beim Arbeiten mit der Poliermaschine eine Schutzbrille tragen. Je nach verarbeitetem Material ist auch das Tragen von Atemschutz sinnvoll. Poliermaschinen erzeugen einen extrem feinen Staub, der schädlich für die Atemwege sein kann.

Eine Absaugung kommt wegen des feuchten Poliermittels meistens nicht in Frage. Poliermaschinen verschmutzen schnell und stark. Eine regelmäßige und gründliche Reinigung verlängert die Lebensdauer dieser Geräte erheblich. Das gilt für alle Arten von Poliermaschinen.

Bei allzu billigen Fabrikaten ist die Lebensdauer trotz bester Pflege stark begrenzt. Die Lager schlagen aus, die Spulen und Schalter brennen durch und die Geräte verlieren schnell an Leistung. Es ist daher empfohlen, beim Gebrauchtkauf von Poliermaschinen auf Markenqualität zu achten.

Poliermaschinen gebraucht kaufen

Der Gebrauchtmarkt bietet eine Vielzahl Poliermaschinen für unterschiedliche Einsätze an. Besonders unkritisch sind Stein-Poliermaschinen, Tisch-Poliermaschinen und Boden-Poliermaschinen. Diese Geräte sind praktisch nur von Markenherstellern verfügbar oder technisch besonders einfach aufgebaut. Bei Hand-Poliermaschinen gibt es eine sehr große Auswahl unterschiedlicher Fabrikate. Hier empfehlen wir grundsätzlich, Markenqualität zu vertrauen.

Auch wenn eine gebrauchte Poliermaschine defekt ist, so ist ihre Ersatzteilversorgung in der Regel gesichert. Damit lässt sich eine günstige gebrauchte Poliermaschine mit wenigen Handgriffen wieder einsatzfähig machen. Für industrielle Anwendungen stehen noch weitere Varianten von Poliermaschinen zur Auswahl. Auch diese sind in großer Zahl auf dem Gebrauchtmarkt verfügbar.

Da das Polieren ein minimal-invasiver Vorgang mit geringer Beanspruchung der Maschine ist, sind die industriell eingesetzten Maschinen sehr langlebig. Auch hier sichert eine Ersatzteilversorgung durch die Hersteller und ein wartungsfreundlicher Aufbau den Einsatz einer gebrauchten Poliermaschine langfristig ab. Der Gebrauchtkauf von Poliermaschinen ist damit in der Regel besonders unproblematisch.

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